LICHTSPIELTAGE Spezial
DOKUMENTARFILME im Peterhanskeller

11. – 14. März 09
Seit Jahren werden für die Lichtspieltage viele Dokumentarfilme eingereicht, für die leider selten ein geeigneter Platz im Programm gefunden werden konnte. Nun haben wir als Versuch beschlossen, diesen Filmen eine separate Plattform zu bieten.
In gemütlicher und intimer Atmosphäre im Peterhanskeller präsentieren die LichtSpielDokTage eine kleine Auswahl aus der grossen Bandbreite des vielfältigen Dokumentarfilmschaffens der Schweiz.
11. März: BERGAUF, BERGAB (von Hans Haldimann)
12. März: BASSIONA AMAROSA (von Pawel Siczek)
13. März: TRANSASIA EXPRESS (von Manuel Übersax & Özay Sahin)
14. März: B-STREET LIVE und weitere kurze Dokfilme
Ort: Peterhanskeller, Stadthausstrasse 61, Altstadt von Winterthur (>Situationsplan)
Eintritt: Fr. 15.–
Türöffnung ab 19.30 Uhr
(Ticketreservation)
Download: Programm | pdf
Mittwoch 11. März 09 | 20 Uhr |
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Bergauf, Bergab
Hans Haldimann, Zürich | 2008, 101’
Ein Jahr mit der Bergbauernfamilie Kempf im Schächental
Die Bergbauernfamilie Kempf im Urner Schächental lebt auf drei Höfen in verschiedenen Höhenlagen. Zehnmal im Jahr ziehen sie mit ihrem Vieh um, im Frühling bergwärts, im Herbst talwärts – und im Winter wieder in die Höhe, auf ihren Hof Pfaffen auf 1725 Metern Höhe, um dort das Vieh mit dem Heu zu füttern, das sie während des Sommers an den steilen Hängen geerntet haben. Der Film ist ein nahes Portrait der Familie, zu der auch die Grosseltern und eine Schwester des Bauern gehören. Im Lauf des Jahres kommen Autor und Familie sich näher, und hinter der archaischen Lebensweise werden auch die Probleme der Neuzeit sichtbar, von denen sich die Bauern aber nicht unterkriegen lassen.
Der erfolgreichste Dokfilm 2008! Entstanden ist die Ein-Mann-Produktion ohne Unterstützung des Bundesamt für Kultur...
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Donnerstag 12. März 09 | 20 Uhr
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Winterthurer Premiere!
Bassiona Amorosa
Pawel Siczek, Winterthur/München | 2008, 98’
Sprachfassung: ru, en, pl, tschechisch, u.a. / Untertitel: de
Ein Roadmovie durch Proben und Konzerte des einzigartigen Kontrabass-Ensembles.
Sechs Kontrabässe - ein aussergewöhnlicher Anblick, wie die jungen Männer von Bassiona Amorosa über die riesigen Instrumente hinauswachsen. Als Virtuosen ihres Fachs sind sie aus der versprengten Welt Osteuropas nach Deutschland gekommen. Hier haben sie ihre musikalische Heimat entdeckt und haben sich zu einem aussergewöhnlicheren Ensemble zusammengefunden. Sie schaffen es, das Instrument aus den dunklen Ecken des Orchestergrabens emporzuheben, dorthin, wo man es kaum vermutet: direkt auf die Bühne, ganz vorne und autonom.
Anne Sophie Mutter schwärmt im Film von einer „atemberaubenden Virtuosität” und „dem unbedingten Ausdruckswillen”. Doch die Geschichte der Bassiona geht weit über die Musik und das individuelle Talent hinaus. Die Bassiona ist ein Stück modernes Europa.
Das Leben der jungen Musiker erzählt Geschichten: über Migration und Heimat, über Armut und Popkultur, über Träume und Hingabe. Der Film begleitet sie auf ihren Grenzgängen. Haben sie den Mut, sich mit ihrem Ensemble im harten Klassikgeschäft durchzusetzen? Oder suchen sie lieber den sicheren Hafen des Orchesters, der zwar ihre Solokarriere und ihr Ensemble zerstört, aber wirtschaftliche Sicherheit bietet?
BASSIONA AMOROSA ist ein Roadmovie durch Proben und Konzerte, durch Deutschland, Georgien, Serbien, Tschechien, Russland, in die USA und die Schweiz. Er sucht nach Spuren ihrer Herkunft, hinterfragt ihre Identitäten, die Identität ihres Ensembles. Sie müssen neue Wege gehen, um Erfolg zu haben. Doch führt die Zusammenarbeit mit Popmusikern wie MIA tatsächlich in die richtige Richtung?
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Freitag 13. März 09 | 20 Uhr |
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TransAsia Express
Manuel Uebersax, Özay Sahin, Bern | 2008, 78’
TransAsia Express ist ein Roadmovie auf Schienen der Strecke Istanbul-Teheran. Es zeigt eine Collage aus Begegnungen, Musik und einer sich verändernden Landschaft.
Der Istanbuler Musiker Hemo (Ahmet Öztürk) macht sich im Zug auf in Richtung Iran, um sein altes Persisches Saiteninstrument in Teheran zu reparieren und mit Ersatzteilen zu vervollständigen. Wir sind ihm und seiner Santour in den Iran gefolgt und haben die interessante, widersprüchliche und unterhaltsame Realität der Eisenbahnstrecke Istanbul-Teheran dokumentiert. Während wir uns auf die Reisenden konzentrieren, wendet sich Hemo seinem Instrument zu und singt von Kummer und Schönheit. Die verschiedenen Eindrücke, die Hemo auf seiner ersten Reise in den Iran macht, wird mit den Ansichten der Reisenden und des Personals, sowie iranischer TV-Propaganda vermischt. Daraus entsteht eine vielschichtige Collage – unterlegt mit anatolischer Santourmusik – in der die Freiheit, die Religion, das Reisen und die iranisch-türkischen Fremdbilder thematisiert werden.
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Taxi Teheran
Sara Majidzadeh, Meisterschwanden | 26’
Der Mikrokosmos eines Teheraner Taxis erlaubt einen seltenen Blick auf den Alltag, die Wünsche und Sorgen der iranischen Metropole. So fremd auch die Kulisse wirkt und manche Situationen unverständlich sind, so nah sind uns die Erzählungen der Menschen.
«Taxi Teheran» ist ein Kurzfilm, der von Nebensächlichkeiten und Begegnungen lebt und uns die Überlebensstrategie einer unterdrückten Gesellschaft aufzeigt.
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Samstag 14. März 09 | 20 Uhr |
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Standby
Mischa Hedinger, Luzern | 12’
Kunden vertrauen dem Filmemacher ihre persönlichen Geschichten an. Der Media Markt wird zu einem Zufluchtsort. Die intimen Gespräche stehen in einem irritierenden Kontrast zu der Warenwelt, in der sie stattfinden.
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Der Übriggebliebene
Isabel Reiss/Cathéerine Hug, Zürich | 26’
Der letzte Nacht-Zeitungsverkäufer
Toni Wojnarski (*1956) ist der letzte Nacht-Zeitungsverkäufer Zürichs. Er ist sieben Tage in der Woche von halb zwölf bis halb drei unterwegs, um frisch von der Presse die aktuellen Geschichten und Informationen an den Mann und die Frau zu bringen. Toni macht das seit über 22 Jahren. In dieser langen Zeit hat sich in seinem Leben viel verändert. Aber nicht nur das: Dazu kamen auch gesellschaftliche Umwälzungen und ein grundlegender Wandel des Mediensystems.
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B-Street Live
Bettina Scherz, Michael Vracko, Diego Täuber, Leonor Torres, Zürich | 67’
Der Film entführt auf eine surreale Reise durch musikalische Welten eines besonderen Hauses. Statements des Architekten und der Direktoren von Hochbauamt und Liegenschaftenverwaltung begleiten bis zum fulminanten Finale.
Das Musikerhaus an der Bienenstrasse in Zürich ist das erste und bisher einzige Wohnhaus der Schweiz, das speziell für MusikerInnen und ihre Familien gebaut wurde.1997 erhielt der Architekt Miroslav Sik für das Gebäude den 3. Preis für Architektur von „10 vor 10" und „Hochparterre“.
Die Front der beleuchteten Balkone wirkt wie ein Theater. Das Ambiente des Hauses und die Gemeinschaft der BewohnerInnen (mit bekannten Grössen der Musikszene) haben uns zum Film B-Street live inspiriert.
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